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Jetzt ein Auto kaufen?

Februar 12th, 2009 · No Comments

Die Entscheidung, ein neues Auto zu kaufen, wird einem nicht immer leicht gemacht. Der alte Wagen in der Garage ist zwar nicht mehr wirklich ansehnlich; schließlich hat er schon einige Zehntausend Kilometer Fahrleistung auf dem Buckel. Dennoch tut es der Motor noch, der Verbrauch hält sich in Grenzen und die Reparaturen, die vor einem Jahr fällig waren, haben die Ersparnisse noch dazu ganz schön empfindlich geschmälert. Ein weiteres Argument, den alten, fahrbaren Untersatz noch nicht zu verkaufen, sind die nagelneuen Winterreifen, die man erst letzten Herbst gekauft hat, und die ja auch nicht gerade billig waren. Dennoch steht man vor dem Auto und überlegt, wie man die alte, rostige Karre am besten loswerden könnte.

Mit gebrauchten Autos konnte man in letzter Zeit nicht mehr allzu viel Reibach machen. Viel zu günstige waren die Angebote der Leasing Firmen, viel zu leicht kam man an Kredite, mit deren Hilfe ein Neu- oder Jahreswagen schnell erstanden war. Man sah es den Fahrzeugen ja nicht an, dass der Brief nicht zuhause in der Schublade war, sondern bei der Bank, sicher im Tresor aufgehoben. Also wurden die alten Autos gefahren, bis sie verrostet und kaputt waren, und dann gegen ein neues ausgetauscht, egal wie. Die Schrittautos wanderten dann für wenige Euro in die osteuropäischen Länder, wo sie tapfer weiter gefahren und immer wieder notdürftig repariert wurden. Abgasnormen der westlichen Welt standen sehr kontrovers zu diesem Procedere, denn schließlich belastet es die Umwelt auch, wenn nur wenige Länder nicht mit am gleichen Strang ziehen. Prinzipiell wurden nicht nur in Deutschland die Vorgaben immer weiter verschärft und mit Steuererhöhungen belohnt, während die alten Autos dann in anderen Ländern weiter gefahren werden duften.

Durch die Abwrackprämie wird hier eine Unterbrechung des Kreislaufs erzielt. Kauft man neuerdings ein neues Auto oder einen Jahreswagen, oder entscheidet man sich, einen neuen Wagen zu leasen, bekommt man eine Prämie, wenn man sein altes Auto, welches man nachweislich länger als ein halbes Jahr besessen hat, verschrotten lässt. Die Prämie ist so hoch, dass sich niemand mehr freiwillig entscheiden würde, seinen Gebrauchtwagen nach Litauen oder Russland zu geben. Schließlich ist beim Kauf eines Kleinwagens, der noch dazu steuerbegünstigt ist, ein großer Teil des Finanzierungsproblems schon durch diesen Schottbonus gelöst.

Nicht jedem reicht ein solcher Kleinwagen, die es für weit weniger als 10.000 Euro zu kaufen gibt. Eine Familie mit zwei Kindern hat schon Schwierigkeiten, hier Platz zu finden, und ab drei Kindern ist dann schon ein Mittelklassewagen fällig. Nun bleibt zu überlegen, ob man in der heutigen Zeit wirklich das Risiko eines Kredites auf sich nehmen soll. Wer auch nur im Geringsten in der Gefahr schwebt, seinen Arbeitsplatz eventuell verlieren zu können, wird hier besonders gut überlegen. Auch eine mittelhohe Leasingrate für einen Neuwagen ist nicht mehr so einfach zu bezahlen, wenn statt des Gehalts jeden Monat nur noch das Arbeitslosengeld ins Haus kommt. Sicher reduziert sich der Preis für den Neukauf beziehungsweise entfallen die ersten Leasingraten durch die Abwrackprämie; dennoch muss man so weit denken, dass man auch die Zeit danach kalkulieren und planen kann.

Sicher ist der Traum nach einem neuen Wagen immer irgendwie vorhanden, vor allem, wenn man einen wirklich schon maroden Gebrauchtwagen sein eigen nennt. Dennoch sollte man sich gut überlegen, ob man die günstige Situation, die sich aus Finanzmarktkrise und die Abwrackprämie ergibt, auch wirklich nutzen kann, ohne sich in die Gefahr der Überschuldung zu begeben. Niemand hat einen Nutzen davon, wenn zwar das neue Auto vor der Türe steht, aber das Geld, was man nach Miete und Kredittilgung noch zur Verfügung hat, gerade mal für eine Tütensuppe pro Tag reicht. In diesem Fall muss man dann eben versuchen, weiter zu sparen, bis man sich ein Auto leisten kann.

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